Der Bundesrat hat nunmehr das Familienentlastungsgesetz verabschiedet; die Umsetzung wird in zwei Stufen in den Kalenderjahren 2019 und 2020 erfolgen. Zur Stärkung und steuerlichen Entlastung von Familien wird zunächst das Kindergeld ab Juli 2019 um 10,00 € erhöht.

 

 

 

                                    bis 30.06.2019        ab 01.07.2019

 

erstes Kind                   194 EUR                   204 EUR

 

zweites Kind                 194 EUR                   204 EUR

 

drittes Kind                   200 EUR                   210 EUR

 

jedes weitere Kind         225 EUR                   235 EUR

 

 

 

Weitere Entlastungen erfahren Familien bei der Einkommensteuer durch Erhöhung der Kinderfreibeträge und der Grundfreibeträge. Der Kinderfreibetrag wird für den VZ 2019 für jeden Elternteil auf 2.490 EUR (insgesamt 4.980 EUR, mit Betreuungsfreibetrag 7.620 EUR) erhöht. Für den VZ 2020 wird der Kinderfreibetrag erneut erhöht und wird dann für jeden Elternteil auf 2.586 EUR (insgesamt 5.172 EUR, mit Betreuungsfreibetrag 7.812 EUR) betragen. Der Grundfreibetrag steigt von 9.000 auf 9.168 EUR (2019) und 9.408 EUR (2020), ebenso wie der Höchstbetrag für den Abzug von Unterhaltsleistungen. 

 

 

Förderung der Elektromobilität durch Halbierung der Bemessungsgrundlage

 

Mit der Neufassung von § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 soll die im Koalitionsvertrag beschlossene Maßnahme zur Halbierung der Bemessungsgrundlage bei der Dienstwagenüberlassung von Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge umgesetzt werden (jetzt 0,5 % statt 1 % des inländischen Listenpreises). Die Neuregelung gilt ausschließlich für Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge, die extern aufladbar und im Zeitraum vom 1.1.2019 bis zum 31.12.2021 angeschafft oder geleast werden. Für vor und nach diesem Zeitraum angeschaffte oder geleaste Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge, die extern aufladbar sind, gilt die bisherige Regelung weiter.

 

 

Steuerbefreiungen für das Job-Ticket

 

Durch die Neuregelung des § 3 Nr. 15 EStG erfolgt per 01.01.2019 eine Wiedereinführung der Steuerbegünstigung von zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährten Arbeitgeberleistungen (Zuschüsse und Sachbezüge) zu den Aufwendungen des Arbeitnehmers für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Linienverkehr zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Dies beinhaltet auch private Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr. Begünstigt werden ab 01.01.2019 die Sachbezüge in Form der unentgeltlichen oder verbilligten Zurverfügungstellung von Fahrausweisen, Zuschüsse des Arbeitgebers zum Erwerb von Fahrausweisen und Leistungen (Zuschüsse und Sachbezüge) Dritter, auch Abschlüsse von Rahmenverträgen durch den Arbeitgeber, die mit Rücksicht auf das Dienstverhältnis erbracht werden. Die steuerfreien Leistungen werden auf die Entfernungspauschale angerechnet. 

 

 

Private Nutzung eines betrieblichen Fahrrads oder Elektrofahrrads ist steuerbefreit

 

Zwecks Würdigung für umweltfreundliches Engagement der Nutzer von Fahrrädern und deren Arbeitgebern wird die Steuerbefreiung des geldwerten Vorteils aus der unentgeltlichen oder verbilligten Überlassung eines betrieblichen Fahrrads zukünftig im neuen § 3 Nr. 37 EStG geregelt. Dies impliziert die private Nutzung, die Nutzung für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte und für Familienheimfahrten.Die Steuerbefreiung gilt sowohl für Elektrofahrräder (hierbei darf der Motor nur Geschwindigkeiten bis max. 25 km/h zulassen) als auch für Fahrräder.

 

 

Verfassungskonforme Regelung des Verlustabzugs bei Kapitalgesellschaften

 

Bereits im Frühjahr 2017 entschied das BVerfG, dass die Regelungen nach § 8c Satz 1 KStG a.F. zum Verlustabzug bei Kapitalgesellschaften nicht grundgesetzkonform ist und daher ersatzlos aufgehoben wird. Bislang fiel der Verlustvortrag einer Kapitalgesellschaft weg, wenn innerhalb einer fünf-Jahres-Frist zwischen 25 und 50 % der Anteile übertragen wurden. Der Verfassungsverstoß ist rückwirkend für die Zeiträume ab 01.01.2008 bis 31.12.2015 zu korrigieren. Dies gilt für alle offenen Fälle in diesen Zeitraum.

 

 

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